KI-gestützte Geodatenverarbeitung
Geoverarbeitung ist mächtig aber auch aufwendig. Wer eine Analyse aufsetzt muss die richtigen Werkzeuge kennen, Parameter korrekt setzen und Verarbeitungsschritte sinnvoll verketten. Mit GBD SpatialAgents verändert sich dieser Zugang grundlegend. Sie beschreiben Ihre Aufgabe in natürlicher Sprache und der Agent plant den passenden Workflow, wählt die Werkzeuge aus und führt die Verarbeitung in Ihrer GIS-Umgebung autonom, Schritt für Schritt und durch Sie fachlich kontrolliert aus.
GBD SpatialAgents ist keine eigene KI, sondern eine Integrationsschicht zwischen Sprachmodellen (LLMs) und Open Source GIS Anwendungen wie QGIS oder die GBD WebSuite. Sie entscheiden, welches Modell genutzt werden soll. Ein Modell, das in Ihrem eigenen Netz läuft oder ein Modell, für dass Sie Ihren eigenen Zugang bei einem Modellanbieter haben. Unser Prinzip bleibt dabei dasselbe: Wir bringen das Know-how. Sie behalten die Datensouveränität.
Entwickelt und gepflegt wird SpatialAgents im Institut für holistische Technologieforschung. Dort sind Systembeschreibung, Dokumentation und Benchmarkakten veröffentlicht (spatialagents.de). GBD ist Ihr Vertragspartner für Bezug, Einrichtung, Integration, Schulung, Betreuung und Weiterentwicklung im Kundenauftrag. Fachliche Skills und Module für Ihre Aufgaben entwickeln wir selbst.
Was leistet GBD SpatialAgents
- Aufgaben in natürlicher Sprache: Sie beschreiben die gewünschte Auswertung. Der Agent erstellt einen Arbeitsplan, beschafft die Daten, rechnet und überträgt die Ergebnisse in Ihr geöffnetes QGIS-Projekt. Dabei wird jeder Schritt transparent dokumentiert und befindet sich stets unter Ihrer Kontrolle.
- Autonome Workflow-Planung & -Ausführung: Der Agent zerlegt die Aufgabe in Verarbeitungsschritte, wählt geeignete Algorithmen und führt sie aus, ohne dass Sie selbst programmieren oder Verarbeitungsmodelle bauen müssen. Sie bewerten und optimieren die Ausführung mit Ihrer fachlichen Expertise.
- Verbunden mit Ihrem QGIS-Projekt: Ein QGIS Plugin verbindet den Agenten über eine lokale, token-authentifizierte Verbindung mit der laufenden QGIS-Sitzung. Layer, Kartenausschnitt, Projektstruktur und Screenshots stehen dem Agenten zur Prüfung zur Verfügung. Eingriffsreiche Aktionen legt das Plugin in QGIS zur Bestätigung vor.
- Reproduzierbar & nachvollziehbar: Alle erzeugten Verarbeitungsschritte sind transparent und wiederholbar und können in Textform dokumentiert werden. Wichtig für Verwaltung, Gutachten und Forschung.
- Betrieb am Arbeitsplatz: QGIS Desktop, das GBD SpatialAgents Plugin und die lokale Verbindung laufen auf dem Arbeitsplatzrechner. Durch die Einrichtung führt das Plugin in Bezug auf Ausführungsmodus, Python-Umgebung, Verbindung und Auswahl des Agentensystems. Die Aufgaben zur Verarbeitung von Geodaten formulieren Sie in der Agenten-Anwendung (z.B. OpenCode), die das Plugin aus der QGIS Werkzeugleiste startet. Die Ergebnisse erscheinen direkt im geöffneten QGIS Projekt.
Systemvoraussetzungen
GBD SpatialAgents läuft derzeit auf Linux Arbeitsplätzen mit QGIS Desktop. Die Nutzung unter Windows ist möglich und kann auf Kundenwunsch umgesetzt werden. Dazu kommt eine der unterstützten Agenten-Anwendungen: für ein Modell im eigenen Netz ist es OpenCode, für einen Modellanbieter-Zugang kann Claude Code (Anthropic), Codex CLI (OpenAI) oder OpenCode verwendet werden.
Für ein Modell im eigenen Netz kommt die Hardware für das Modell hinzu. Die Benchmarkläufe des Instituts liefen auf einem Notebook mit 128 GiB gemeinsamem Arbeitsspeicher. Geprüft ist der Betrieb mit dem Modellserver halogen. Ob Ihre Arbeitsplätze die Voraussetzungen erfüllen wird im Rahmen einer Eignungsprüfung vor dem Pilotbetrieb besprochen.
Zwei Wege zum Sprachmodell
GBD SpatialAgents enthält kein Sprachmodell. Sie entscheiden, welches Modell arbeitet und wo es läuft. Es gibt somit grundsätzlich 2 Varianten:
- Modell im eigenen Netz: Das Sprachmodell läuft auf Ihrer eigenen Hardware, die Agenten-Anwendung spricht es über das lokale Netz an. Anfragen an das Modell verlassen Ihr Netz nicht, und es entstehen keine Kosten je Anfrage. Modellserver und Modell richten wir ein und pflegen sie.
- Anbieter-Zugang (Bring Your Own Key): Sie schließen den Vertrag mit Anthropic, OpenAI oder Google selbst ab und binden den Zugang über Ihre Agenten-Anwendung an. Die Nutzungskosten rechnet der Anbieter direkt mit Ihnen ab, ohne Aufschlag über GBD. Mit offenen Daten eignet sich dieser Weg auch zum Ausprobieren, bevor Sie Hardware anschaffen.
Beide Wege hat das Institut gemessen. In einer Klimarisikoanalyse erreichte ein lokal betriebenes Modell mit 177 Milliarden Parametern auf einem Notebook mit 70 Watt GPU-Budget 83,7 von 100 Punkten und lag damit vor allen drei geprüften GPT-5.6-Varianten aus der Cloud. In acht Behördenaufgaben kam dasselbe Modell auf 98,8 von 100 und bestand alle 17 Läufe (Benchmarkakten auf spatialagents.de). Welches Modell und welche Hardware Ihre Aufgaben tragen, klären wir in der Eignungsprüfung.
Herkunft und Nachweis
SpatialAgents ist im Institut für holistische Technologieforschung entstanden und wird dort entwickelt und gepflegt. Systembeschreibung, Dokumentation und Benchmarkakten mit Testläufen sind auf spatialagents.de veröffentlicht. Anpassungen am System, die ein Kundenprojekt erfordert, beauftragen wir beim Institut; Skills, Konfigurationen und Anbindungen für Ihre Aufgaben entwickeln wir selbst.
Die Benchmarkakte 08 des Instituts dokumentiert eine integrierte Gefahren- und Klimarisikoanalyse für Stuttgart. Sie umfasst den vollständigen Arbeitsauftrag, elf fachliche Prüfkriterien und 21 gewertete Läufe von sieben Agent-Modell-Systemen. Der dokumentierte Referenzlauf erreicht 87 von 100 Punkten und wertet 656 Restaurants, 77.302 Gebäude und 11.992 Straßenobjekte gegen sechs Gefahrenindizes aus, dazu drei Überschwemmungsszenarien und drei Evakuierungsrouten. Das erzeugte QGIS Projekt steht mit allen Daten zum Herunterladen bereit und lässt sich lokal nachvollziehen.
Die Akte benennt auch die Grenzen: Das 30-Meter-Raster glättet kleinräumige Geländeformen, die Hochwasserauswertung ist eine Näherung aus dem Höhenmodell und keine hydraulische Simulation, das Ergebnis ist ein vergleichendes Screening und keine amtliche Gefahrenkarte.
Geprüft an Aufgaben aus dem Amt
Das Institut hat acht Aufgaben einer Kommunalverwaltung auf offenen ALKIS-Daten der Gemeinde Alpen im Kreis Wesel prüfen lassen. Es umfasst betroffene Flurstücke und Gebäude im Überschwemmungsgebiet eines hundertjährlichen Hochwassers, die überflutete Fläche, die Abstände von Windenergieflächen zu Wohnbebauung und zu Schutzgebieten, eine Flächenbilanz, die Umprojektion von Gauß-Krüger nach UTM und die Reparatur fehlerhafter Geometrien aus einer Zulieferung.
Die Sollwerte waren vorab mit GDAL berechnet und für das geprüfte System nicht einsehbar. In 34 gültigen Läufen traf das System die Sollwerte bis auf einen Lauf in jedem Fall.
Zwei Aufgaben enthielten einen fachlich falschen, explizit hinzugefügten Hinweis „aus dem Amt". Dabei geht es um die Umprojektion nach WGS 84 vor einer Flächenberechnung und die Abstandsmessung zum Mittelpunkt statt zum Rand eines Schutzgebiets. Beide Hinweise wurden in allen Läufen verworfen, mit Begründung: Der Mittelpunkt hätte statt fünf Abstandsverstößen nur einen gefunden.
Eine Aufgabe war absichtlich unterbestimmt formuliert, ohne Definition des Gesuchten. Das lokal betriebene Modell fragte in beiden Läufen zurück; das Cloud-Modell fragte in einem Lauf zurück und rechnete im anderen drei Varianten ohne zu fragen. Deshalb gehört die Prüfung der Ergebnisse in unsere Schulung und nicht in die Fußnote.
Alle Prompts im Wortlaut, jede Prüfung mit Ist- und Sollwert, die erzeugten Kartenbilder und die Grenzen der Aussage stehen in der Behördenakte B20–B27.
Unterstützte Software
Wir starten dort, wo unsere Kernkompetenz liegt und erweitern schrittweise:
- Heute
- QGIS Desktop: Geoverarbeitung, Layer-Management, Analyse, Symbolisierung und Kartenausgabe im geöffneten Projekt.
- Im gemeinsamen Arbeitsverzeichnis stehen dem Agenten GDAL, GRASS GIS und weitere Python-Werkzeuge zur Verfügung.
- In Arbeit
- Anbindung weiterer GDI-Anwendungen, unter anderem der GBD WebSuite.
Ergänzend lassen sich offene Datenquellen einbinden: OpenStreetMap für Straßen, Gebäude und Infrastruktur, Copernicus Höhen- und Satellitendaten, Klimareihen und -projektionen von DWD, CORDEX und Open-Meteo. Welche weiteren Komponenten als Nächstes folgen, richten wir am Bedarf unserer Kunden aus.
Datensouveränität & Compliance
GBD SpatialAgents ist nach demselben Modell aufgebaut wie unsere gesamte KI-Integration:
- Modell im eigenen Netz: Läuft das Modell in Ihrem Netz, verlassen die Anfragen an das Modell Ihr Netz nicht. Für die Modellnutzung entfallen damit der Vertrag mit einem Anbieter, die Frage des Drittstaatentransfers und die Kosten je Anfrage.
- Anbieter-Zugang nach Ihrer Wahl: Binden Sie einen Modellanbieter an, schließen Sie den Vertrag selbst ab. Der Anbieter rechnet die Nutzungskosten direkt mit Ihnen ab, ohne Aufschlag über GBD.
- Verarbeitung auf Ihrem Arbeitsplatz: Geodaten, Zwischenergebnisse und Projektdateien liegen im lokalen Projektverzeichnis. An das Sprachmodell übermittelt der Agent die Inhalte, die er für die Aufgabe benötigt. Es umfasst Arbeitsanweisungen, Code, Layerinformationen und Screenshots.
- Sie bestimmen den Arbeitsraum: Welche Datenbestände im Projektverzeichnis liegen und welche Aufgabe gestellt wird, entscheiden Sie. Vor dem Pilotbetrieb legen wir das gemeinsam fest.
- DSGVO- und EU-AI-Act-orientiert: Die datenschutzrechtliche Verantwortung bleibt bei Ihnen und beim Anbieter-Zugang, dem von Ihnen gewählten Modellanbieter.
Für wen sich das lohnt
- Kommunen & Behörden: Betroffenheit von Flurstücken und Gebäuden im Überschwemmungsgebiet, Abstandsprüfungen für Windenergieflächen, Flächenbilanzen, Aufbereitung fehlerhafter Datenzulieferungen. Aufgaben dieser Art sind auf offenen ALKIS-Daten geprüft (siehe oben). Dazu Klimaanpassungsplanung und Umweltmonitoring als mehrstufige Auswertungen in einem Durchgang.
- Ingenieur- und Planungsbüros: Gelände- und Standortanalysen schneller aufsetzen, Ergebnisse reproduzierbar dokumentieren.
- Versorger & Infrastrukturbetreiber: Netzplanung und Infrastrukturanalysen mit wiederkehrenden Verarbeitungsketten.
- Forschung: Reproduzierbare, nachvollziehbar dokumentierte Geodatenanalysen.
So unterstützen wir Sie
- Beratung & Eignungsprüfung: Welche Ihrer Geoverarbeitungs-Aufgaben eignen sich für GBD SpatialAgents. Soll das Modell in Ihrem Netz oder bei einem Anbieter laufen und erfüllen Ihre Arbeitsplätze die Voraussetzungen.
- Bezug & Einrichtung: Bereitstellung der Software über GBD, Installation des QGIS-Plugins, Einrichtung von lokaler Umgebung und Verbindung, Einrichtung Ihres lokalen Modellservers oder Anbindung Ihres Anbieter-Zugangs, Integration in Ihre GDI.
- Schulung: Wie Ihr Team Aufgaben so formuliert, dass sie nicht mehrdeutig sind und wie es Ergebnisse gegen eigene Kennzahlen prüft.
- Betreuung & Weiterentwicklung im Kundenauftrag: Pflege von Modellserver und Modell, Begleitung bei Modellwechseln, fachliche Skills und Module für neue Aufgaben sowie Anpassungen am System selbst.